Titel_Kosmos_2011

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Zur Erinnerung an eine große Zen-Meisterin

VMVen. Myokyo-ni -  Irmgard Schlögl wurde in der Siebenaumühle außerhalb der wenige hundert Einwohner umfassenden Gemeinde Leitersdorf, Bezirk Feldbach geboren. Nach der Matura im Gymnasium Fürstenfeld nahm an der Karl Franzens Universität Graz das Studium der Geologie auf und schloss es mit dem Doktorat ab. (Phil. Diss. 1943: "Die Kanzel nördlich von Graz und ihre Ausläufer"). Schon zu Studienbeginn lernte sie auch Heinrich Harrer kennen, der ihr Interesse für Buddhismus weckte. 1950 folgte sie einem Ruf als Dozentin für Mineralogie an das Imperial College London, wo sie im Rahmen eines Vortrages über Myokyoni and Morinaga roshiBuddhismus Christmas Humphreys, den Gründer der London Buddhist Society kennen.

Irmgard Schlögl machte sich mit Zen vertraut, wie es in den 1950er Jahren in London praktiziert wurde und ging schließlich 1960 nach Japan, um als eine der ersten westlichen Frauen authentisches Zen kennenzulernen. Nach sechs Jahren Zen-Training bei Oda Sesso und Sojun Kannun im Daitoku-ji kehrte sie für einige Monate nach London zurück und gründete dort in der Buddhist Society eine Zazen-Gruppe im Stil des japanischen Rinzai-Zen. Nach weiteren Jahren im Daitoku-ji, wo sie auch Ruth Fuller Sasaki kennenlernte, kehrte Irmgard Schlögl 1972 endgültig nach London zurück, betreute mehrere Zen-Gruppen und gründete schließlich 1979 das Zen Centre in London. Am 22. Juli 1984 wurde sie schließlich mit dem Namen Myokyo-ni von Soko Morinaga Roshi zur Zen-Nonne geweiht. Die Zeremonie wurde auf Einladung von Ajahn Sumedho im Chithurst Forest Monastery durchgeführt. Bis 2002 leitete sie den Haupttempel Shobo-an in St. Johns Wood, dem ehemaligen Haus von Christmas Humphreys, das dieser 1983, bei seinem Tod, der Sangha vererbt hatte. Von 2002 bis 2007 lebte Myokyo-ni etwas zurückgezogen im Zen-Trainingszentrum Fairlight in Luton, das sie bereits 1996 gründete. Am 29. März 2007 verließ sie uns. Posthum wurde ihr als Zen-Meisterin der Name Daiyu Myokyo verliehen.