Titel_Kosmos_2011

Robert u. Beatrix Kögler
Altstadtgasse
8330 Feldbach
Österreich
Tel.-Nr.: +43(3152)4208
Fax: +43(3152)4208-22
kosmos@hostprofis.at

yinyang02

Beatrix Kögler

Jg. 1959; Beruf: Selbständige Kauffrau in Feldbach
trainierte Zen seit 1991 unter Ven. Myokyo-ni in London (Zen-Centre “Shobo-an) und unterrichtet seit 2006 im Kosmos, Altstadtgasse, Feldbach

beatrix.koegler@gmx.at
Tel.-Nr.: 03152/4208

 

Jeden Freitag trifft sich die ZEN-Gruppe um 19’00 Uhr im Kosmos zu einem MeditationsabendBuddha
Lehr-Vortrag und Zazen (Dauer insgesamt ca. 2 Stunden)
Leitung: Beatrix Kögler
Kosten: freiwillige Spende

Folgende Abende entfallen demnächts:  30. Juni (Lange Nacht in Feldbach)

Zu Zen kam ich durch meine Tante Ven. Myokyo-ni (Dr. Irmgard Schlögl), die ich zusammen mit meinem Mann 1991 besuchte. Sie leitete das Zen-Centre “Shobo-an”, Marlborough Place in London, war Mitglied und Vice President der London Buddhist Society  und brachte als  eine der ersten führenden Zen-Meisterinnen Zen in den Westen. Schon seit ihrer Rückkehr aus Japan 1972 verband uns ein reger Briefwechsel. Diesem ersten Besuch folgten viele, denn Ven. Myokyo-ni wurde meine Lehrerin. 2006 erhielt ich von ihr die Erlaubnis, Zen zu unterrichten. Noch heute steht unsere Zen-Gruppe in Feldbach im regen Kontakt mit Shobon-an in London, das heute von Ven. Myokun geleitet wird und dem Trainingskloster “Fairlight” in Luton, das von Ven. Sogen geleitet wird.


 

ZEN Logo

 

Auf der Suche nach dem eigenen Herzen

Wir leben heute in einer Zeit, wo Stress und Einsamkeit uns oft nicht mehr bewältigbar scheinen. Dr. Irmgard Schlögl (Ven. Myokyo-ni) bezeichnete unsere Zeit gerne als spirituelle Eiszeit. Sie suchte Brücken zu schlagen zwischen westlicher und östlicher Glaubenstradition. Die Lebensdevise ihrer Großmutter war, „soviel Sprachen du sprichst, so oft bist du Mensch“. In diesem Sinn hilft uns auch das Interesse an anderen Glaubenstraditionen, die eigene Spiritualität wieder spürbar zu machen. Damit werden Probleme nicht kleiner, doch sie werden für uns wieder leichter lebbar und Freude und Dankbarkeit für dieses Leben werden wieder spürbar. Zen ist die Möglichkeit, Menschen, die ihr eigenes Herz aus den Augen verloren haben, zumindest einen Fingerzeig zu geben. Zen ist kein Text und kein Spekulieren über etwas, Zen ist Leben, Zen ist Sitzen, Stehen, Bügeln, dem Wind in den Haaren spüren, in jedem Moment des Lebens ganz da zu sein. Doch dazu bedarf es wieder einer spirituellen Übung, denn wir haben verlernt, ganz in uns zu sein.

Sehen Sie die Finger Ihrer Hand - sie sind alle verschieden, doch alle haben eine gemeinsame Wurzel, die Hand. So haben auch die Religionen verschiedene Gesichter, so vielfältig wie wir Menschen. Doch in uns allen schlägt ein Herz, das sich sehnt. Dieses Sehnen ist die Wurzel, die uns alle verbindet; diese tiefe Sehnsucht nach einer Wieder-Vereinigung mit etwas, das wir verloren haben und doch jenseits unserer Vorstellung liegt. Im Westen nennen wir es Gott, Jahwe, Allah. Im Buddhismus gibt es nicht diesen Schöpfergott ... doch dafür ist das TAO - ein göttliches Prinzip.

Zen ist eine Schule des Buddhismus, eine der großen Weltreligionen und damit ein spiritueller Weg. ‚Es ist ein uralter Weg in eine uralte Stadt’, verkündete Buddha und stellte fest, er habe diesen Weg nicht entdeckt, nur wieder gefunden. Gemeint ist der Weg zurück zu unserem eigenem Herzen. Wir sind gefangen von den Feuern der Verblendung, der Gier und das Hasses und haben uns selbst verloren. Wir müssen unser erst selbst wieder finden, müssen lernen das Demut, tiefer Glaube, Disziplin keine ausrangierten Werkzeuge sondern lebenswichtige Hilfsmittel auf den Weg zu einem erfüllten Leben in Freiheit sind.

Zen ist keine Pille und kein Einrichtungsgegenstand, auch kein besonderer Garten. Zen ist auch keine halbe Stunde Meditation oder ein gelesenes Buch. Zen ist das Leben, dass mit seiner ganzen Fülle gelebt werden möchte, im Hellen aber auch im Dunklen. Das ist die Weisheit des Yin Yang und das Prinzip der Veränderung - Anicca, als ein Daseins-Merkmal im Buddhismus. Nichts währt ewig. Doch wir halten an dem fest, was wir wollen und wehren uns gegen das, was wir nicht möchten, was wir fürchten. So beginnen unsere Probleme, unser Leiden - Dukkha, dem zweiten Daseins-Merkmal, wie Buddha feststellte. Geblendet vom Feuer der Täuschung sehen wir die Welt in der “Ich”-Perspektive und auch das bedeutet wieder Leiden. Denn das “Ich” ist ein ängstliches Wesen, fürchtet sich vor allem, was anders ist als “ICH”. So brauchen wir viel Energie um den “ICH” ständig zu zeigen, dass es das größte ist. Doch wie sagt ein ZEN-Spruch: “Des Berges Spitze ist ein einsamer Platz für ein Menschenherz”. Das dritten Daseins-Merkmal Anatta - ICH-los war Buddhas Antwort auf das Leiden.

Historisch gesehen liegt die Wiege des Zen in China des 6. Jhrds., wo der in Indien entstandene Buddhismus durch die praktische und konkrete Mentalität der Chinesen, sowie den dort vorherrschenden Taoismus, in dem es um Einfachheit und selbstverständlichem Einklang mit dem was ist, geht, beeinflusst wurde. Als legendärer Gründer der Zen-Schule gilt der indische Mönch Bodidharma, der als 28. Patriach nach Buddha, nach China reiste, wo er hoffte, dass man dort der Lehre Buddhas mehr Achtung entgegen bringen würde. In Indien hatten bereits wieder die alten Götter des Hinduismus von den Vorstellungen und Lehren Buddhas Besitz ergriffen und bereits in mehrere Richtungen gespalten: So waren als Hauptrichtungen der

der Mahayana-Buddhismus
der Deravada-Buddhismus
und
der tibetanische Buddhismus

entstanden. Zen entwickelte sich aus der nördlichen Schule, die auch als Mahayana-Buddhismus bekannt ist.

Das japanische Wort ZEN hat sich aus dem chinesischen Wort ‚Chan’ entwickelt. Den Ursprung dieses Begriffes finden wir in dem alten indischen Sanskritwort ‚Dhyana’ – was soviel wie Meditation bedeutet. In der Zen-Schule ist Zazen - Sitzen in Meditation ist ein wichtiger Bestandteil, doch ebenso notwendig ist Shugyo – was soviel wie ‚Übung im Alltag’ bedeutet. Auch wenn uns die Legende berichtet, dass Bodidharma in einer Höhle nahe des Shaolinklosters 9 Jahre mit dem Blick auf die Felswand meditiert haben soll und als er wieder aufstand, nur sein Schatten an der Wand zurück blieb, so wird dennoch im Osten vorausgesetzt, dass der Begriff Shugyo bereits im Alltag verinnerlicht ist, wenn man meditiert.

Zu Beginn des 13. Jhrds. erreichte der Zen-Buddhismus als Rinzai- und Soto-Zen Japan. Dort wurden diese beiden Schulen weiterentwickelt. Sie paßten sich der japanischen Geistesart an, und es entstanden die drei Hauptschulen:

Rinzai
Soto
und Obaku.

bull bild1Der chinesische Zen-Meister Kakuan schuf im 12. Jahrhundert eine wunderschöne Analogie dazu. Im Deutschen heißen diese 10 Bilder ‚Ochs und Hirte’, im Englischen ‚The bull pictures’. Das Wort ‚Bulle’ ist treffender, denn wer den Unterschied zwischen einen Bullen und einem Ochsen kennt, weiß wovon ich spreche. Der Bulle steht in diesen Bildern für die in uns wohnende, ungezügelte Energie, der Hirte ist der Mensch.

Im ersten Bild weiß der Hirte nicht, wo er suchen soll. Das ist der Mensch, noch unwissend, getrieben von Emotionen, deren Spielball wir immer wieder werden. Denn nicht ich habe Emotionen, die Emotionen haben mich. Wären sie meine, könnte ich sie bewußt steuern, könnte sie meinen Willen unterwerfen, sie nach Belieben hervorrufen und ablegen. Aber wenn ich ehrlich bin – ich muß zugeben, ich kann es nicht.

Doch da ist Hoffnung. Bereits in den nächsten Bildern entdeckt der Hirte die ersten Spuren im Sumpf, hört das Brüllen desbull bild 2 Bullens.
So nimmt das ZEN-Training in 10 Bildern seinen Lauf . Das Zen-Training ist nicht leicht. Wie schon Meister Rinzai vor 1000 Jahren sagte: Die Natur des gewöhnlichen Menschen fühlt sich nicht dazu hingezogen. Um bei unseren Bull-Bildern zu bleiben: Ich und der Bulle müssen einander annehmen. So wie ich mich im Umgang mit dem Bullen ändere, wird auch er sanfter und je weiter der Weg uns gemeinsam führt, umso mehr verschmelzen wir mit einander. Als Vorraussetzung für diesen Weg brauche ich Glaube und Vertrauen, den ich weiß nicht, wohin der Weg geht. Niemand kann es mir sagen, denn es ist mein Weg. Ich brauche den Zweifel, damit ich immer wieder prüfe, ob ich nicht zwischendurch eine falsche Abzweigung genommen habe, die mich eher wieder zurückführt. Ich brauche Kraft, leidenschaftliche Kraft, mich all den Dingen zu stellen, die der Weg für mich bereit hält und um sie auch auszuhalten zu können. Und ich brauche Geduld und große Demut, wenn sich der Weg nicht nach meinen Wunschvorstellungen entwickelt; damit ich mein Haupt vor der großen Allmacht beuge und wie einst sage: Herr, Dein Wille geschehe.

Doch mit diesem Vorraussetzung können wir getrost beginnen. Zen ist ein Weg der viel verlang, aber er führt in die Tiefe und zum Licht, lässt uns teilhaben an der universellen Allmacht und Weisheit, lässt uns begreifen als Teil des Ganzen. Dieser Weg führt direkt zum Herzen, zur der dem Menschenherz innewohnenden reine Wärme, die anrührt und Menschen wachsen lässt.

Einen Klassiker der vielen Zen-Geschichte dazu möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Ein sehr gewissenhaften junger Mönch saß in jeder freien Minute Zazen. Sein Meister bemerkte seinen aufrichtigen und andauernden Eifer und wollte ihm helfen. Eines Tages, als der Mönch in einer Ecke des Hofes Zazen saß, nahm der Meister einen Ziegelstein, setzte sich neben ihn, rieb und polierte den Ziegel unablässig mit der Handfläche. Dann fragte er den Mönch: „Was machst du da?“ – „Ich versuche ein Buddha zu werden“, war die hoffnungsvolle Antwort des jungen Mönches. Als er bemerkte, wie der Meister sich mit dem Ziegelstein abmühte, fragte er: “Aber Meister, was macht ihr denn da?“ – „Ich stelle einen Spiegel her“, erwiderte der Meister. „Aber kein noch so ausdauerndes Polieren kann aus einem Ziegelstein einen Spiegel machen“, rief der Mönch verwundert aus. „Und kein noch so ausdauerndes Sitzen kann aus einem Trottel einen Buddha machen“, versetzte der Meister.

Man kann ZEN nicht erklären. Das Begreifen kommt mit der Praxis und durch die Erfahrung im Tun.

Habe ich Ihr Interesse geweckt. Wenn Sie sich für Zen ernst interessieren, kommen Sie doch unverbindlich zu unserem ZEN-Abend. Wir treffen uns jeden
Freitag um 19’00 Uhr. Sie können mich auch gerne anrufen (03152-4208) oder mir eine Mail schreiben.
Lebensrad